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  • Container medical compound room, Salam Cardiac Surgery Centre, Khartoum, Sudan.
    AKAA / Raul Pantaleo
Bekanntgabe der Preisträger des Aga Khan Award for Architecture 2013

Lissabon, am 6. September 2013 – Seine Exzellenz Aníbal Cavaco Silva, Präsident der Portugiesischen Republik, und Seine Hoheit der Aga Khan haben die Gewinner des Aga Khan Award for Architecture heute im Castelo de São Jorge in Lissabon präsentieren.

Die fünf Gewinner-Projekte sind:

Das Salam Zentrum für Herzchirurgie, Khartum, Sudan: Das Salam Zentrum für Herzchirurgie, das ein Spital mit 63 Betten beinhaltet, hat seit seiner Eröffnung 2004 mehr als 5,4 Millionen Patienten beherbergt. Die einladende Architektur “stellt sowohl für die Region als auch für das Fachgebiet einen vorbildlichen Prototyp dar”, so die Master Jury in ihrer Begründung. Das Zentrum entspricht nicht nur den hohen technischen Anforderungen eines Krankenhauses mit komplexen Funktionen, darunter drei Operationssäle, sondern bietet auch eine Reihe umweltfreundlicher Lösungen für alltägliche Probleme. Durch die Kombination unterschiedlicher Arten von Belüftung und natürliches Licht sind alle Räume wohnlich und persönlich. Zusätzlich zu Sonnenkollektoren und speziellen Dämmtechniken haben die Architekten neunzig 6 Meter Container wiederverwertet, die zuvor beim Transport der Baumaterialien des Zentrums zum Einsatz gekommen waren und die dann entsorgt wurden.

Die Revitalisierung des historischen Zentrums von Birzeit, Palästina: Das Fünf-Jahres-Projekt, das schlussendlich fünfzig Dörfer umfassen wird, ist Teil eines Sanierungs-Masterplans, der durch das Riwaq Centre for Architectural Conservation initiiert wurde. Das Projekt hat die verfallende Stadt Birzeit umgeformt, Arbeitsplätze geschaffen und zur Wiederbelebung traditioneller Handwerksformen geführt. Laut Master Jury habe das Projekt “Interessensgruppen und lokale Handwerker in einem Heilungsprozess zusammengeführt, der nicht nur physisch ist, sondern auch sozial, wirtschaftlich und politisch”. Durch die Konzentration auf Städte und Dörfer in dem unter palästinensischer Zivilhoheit stehenden Gebiet – wo sich ungefähr 50 Prozent der noch bestehenden historischen Strukturen befinden und wo die meisten Palästinenser leben – konnte Riwaq die Rettung eines großen Teiles des lokalen Erbes durchsetzen, während die großen sozio-ökonomischen Auswirkungen ebenfalls nicht zu unterschätzen sind.

Das Rabat-Salé Urban Infrastructure Project, Marokko: Das Projekt der Vernetzung von Rabat und Salé zu einem urbanen Zentrum entstand ausgehend von einer neuen Vision von Wiederherstellung in großem Umfang, in dem Transportwesen und Mobilität zu den wichtigsten Komponenten im größeren urbanen Plan gehören sollten. Es verbindet herausragendes Brückendesign, verbesserte Infrastruktur und Stadtplanung. Infolgedessen wurde die Hassan-II.-Brücke zu einer neuen Ikone von Rabat-Salé, da sie symbolisch für eine moderne, fortschrittliche Zwillingsstadt-Identität steht. Die Master Jury würdigt das Projekt als “anspruchsvolles und geschlossenes Modell für zukünftige Infrastrukturprojekte, besonders an Orten rasch voranschreitender Urbanisierung”.

Die Sanierung des Basars von Täbris, Iran: Der Basar mit seinen im 10. Jahrhundert liegenden Ursprüngen war für lange Zeit das bedeutendste Wirtschaftszentrum der Stadt. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts begann er jedoch zu verfallen. Um die Strukturen zu sanieren, die sich über eine Fläche von über 27 Hektar und mehr als 5,5 Kilometer überdachter Basare erstrecken, wurde eine Verwaltungsstruktur geschaffen, die sowohl die Basar-Gemeinschaft, als auch städtische Autoritäten und die Cultural Heritage, Handicrafts and Tourism Organisation (ICHTO) umfasste. Während des Pilot-Restaurierungs-Projektes übernahm die Regierung 85 Prozent der finanziellen Abdeckung, die Basar-Gemeinschaft trug 15 Prozent bei. In den darauffolgenden Phasen übernahm dann die Basar-Gemeinschaft – überzeugt vom Wert der Restaurierung – bis zu 90 Prozent der Kosten. Die Master Jury hält das Projekt für “ein bemerkenswertes Beispiel für die Koordinierung und Kooperation von Interessensgruppen zur Restaurierung und Revitalisierung einer einzigartigen Struktur”. Seit 2000 wurden zahlreiche Komplexe innerhalb des Basars saniert, die Infrastruktur verbessert und öffentliche Einrichtungen geschaffen.

Der islamische Friedhof in Altach, Österreich: Bis vor Kurzem überstellten einige Muslime in Österreich ihre Toten für das Begräbnis in ihr jeweiliges Ursprungsland. Der Wunsch der Muslime, in ihrem Geburtsland bestattet zu werden, führte jedoch zum Zusammenschluss einer multi-ethnischen Gruppe von Akteuren unterschiedlichen Glaubens, die zusammen mit lokalen Autoritäten und NGOs zur Schaffung eines Friedhofes beitrugen, auf dem Bestattungsriten auch lokal vollzogen werden können. Die Master Jury würdigte den Entwurf für die Art und Weise der Realisierung “des Wunsches einer Zuwanderergemeinschaft nach Schaffung eines Ortes, der ihre spirituellen Ansprüche erfüllt und der gleichzeitig auch den Gepflogenheiten des angenommenen Landes entspricht”. Der von Gartenanlagen inspirierte Friedhof besteht aus rosenfarbenen Betonwänden, fünf versetzt angeordneten, rechteckigen Gräberfel-Umfassungen und aus Strukturen, die Versammlungs-und Gebeträume beinhalten. Als Hauptmaterial kam Stahl-Sichtbeton für die Wände und Eichenholz für die Ornamentierung der Eingangsfassade und das Innere des Gebetsraumes zum Einsatz.

(Für ein vollständiges online Pressepaket mit Pressetexten zu den einzelnen Gewinner-Projekten, sowie hochauflösenden Bildern und Videos, siehe Website , 2013 Aga Khan Award die bis zum 6. September nur per Passwort zugänglich sein wird.)

Der Aga Khan Award for Architecture, der 1977 vom Aga Khan ins Leben gerufen wurde, wird alle drei Jahre vergeben. Er würdigt alle Arten von Bauprojekten, die die bebaute Umgebung heutzutage prägen, angefangen von kleinen schlichten Projekten bis hin zu beträchtlichen Komplexen.

Wie die Preisträger des aktuellen Zyklus beweisen, unterscheidet sich der Auftrag des Awards grundsätzlich von dem vieler anderer Architekturpreise: ausgewählt werden Projekte – von innovativen Lehmhütten und Bambus-Schulen bis zu hochmodernen “grünen” Bauten –, die nicht nur für architektonische Meisterleitungen stehen, sondern die auch zur Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität beitragen.

Der mit 1 Million US$ dotierte Preis, der zwischen den fünf Preisträgern aufgeteilt wird, geht nicht zwingend an einen Architekten. Der Award ermittelt auch Stadtverwaltungen, Bauunternehmen, Klienten, Handwerksmeister und Ingenieure, die eine bedeutende Rolle bei der Realisierung eines Projektes gespielt haben. Die Master Jury behält sich vor, das Preisgeld nach eigenem Ermessen aufzuteilen.

Seit der Einführung des Awards vor 36 Jahren wurden 110 Projekte ausgezeichnet und fast 8000 Bauprojekte dokumentiert.

Die Award Master Jury 2013

Die Awards werden von einer unabhängigen Master Jury vergeben, welche für jeden dreijährigen Award-Zyklus vom Steering Committee bestimmt wird. Die neun Mitglieder der Master Jury 2011–2013 sind:

  • David Adjaye, Leiter, Adjaye Associates, London, Großbritannien
  • Dr. Howayda al-Harithy, Professorin, Department of Architecture and Design, American University of Beirut, Libanon
  • Michel Desvigne, Landschaftsarchitekt und Gründer der Agence Michel Desvigne, Paris, Frankreich
  • Prof. Mahmood Mamdani, Professor und Executive Director, Makerere Institute for Social Research (MISR), Wandegeya, Uganda
  • Kamil Merican, Leitendes Planungs-Mitglied und Geschäfstführer, Group Design Partnership, Kuala Lumpur, Malaysia
  • Prof. Toshiko Mori, Leiterin, Toshiko Mori Architect, New York City, USA
  • Shahzia Sikander, Künstlerin, New York City, USA
  • Murat Tabanlıoğlu, Architekt und Gründer von Tabanlıoğlu Architects, Istanbul, Türkei
  • Wang Shu, Architekt und Gründer von Amateur Architecture Studio, Hangzhou, China

Vollständige Biografien der Jury-Mitglieder sind online abrufbar: 2013 Cycle: Master Jury.

Steering Committee

Der Award wird vom Steering Committee unter dem Vorsitz Seiner Hoheit des Aga Khan geleitet. Die aktuellen Mitglieder des Steering Committee sind:

  • Seine Hoheit der Aga Khan, Vorsitz
  • Mohammad al-Asad, Gründer & Vorstand des Center for the Study of the Built Environment, Jordanien
  • Homi K. Bhabha, Director of the Humanities Center, Harvard University, USA
  • Norman Foster, Gründer und Vorstand von Foster + Partners, Großbritannien
  • Omar Abdulaziz Hallaj, Architekt, Syrien
  • Glenn Lowry, Direktor, Museum of Modern Art, New York, USA
  • Rahul Mehrotra, Leiter, RMA Architects, Indien
  • Mohsen Mostafavi, Dekan der Graduate School of Design, Harvard University, USA
  • Farshid Moussavi, Leiterin, Farshid Moussavi Architecture, Großbritannien
  • Han Tümertekin, Leiter, Mimarlar Tasarim Danismanlik Ltd., Türkei

Farrokh Derakhshani ist Direktor des Awards.

Eine Monografie mit den Projekten des Aga Khan Award 2013 mit dem Titel Architecture Is Life, ist bei Lars Müller Publishers erschienen: www.lars-mueller-publishers.com (September 2013).

Für weitere Informationen siehe www.akdn.org/architecture und das Online-Pressepaket 2013 Aga Khan Award (passwortgeschützt bis zum 6. September 2013), oder kontaktieren Sie:

Sam Pickens Aga Khan Award for Architecture
PO Box 2049, 1211 Genf, Schweiz
Telefon: +41 22 909 72 30
E-Mail: sam.pickens@akdn.org Website: www.akdn.org/architecture

Anmerkung

Der Aga Khan Award for Architecture wurde 1977 vom Aga Khan ins Leben gerufen, um Baukonzepte zu ermitteln und zu ermutigen, die die Bedürfnisse und Erwartungen von Gemeinschaften, in denen Muslime von besonderer Präsenz sind, erfolgreich in Angriff nehmen. Der Award würdigt Beispiele von herausragender architektonischer Leistung in den Bereichen zeitgenössisches Design, Sozialbau, Verbesserung und Entwicklung von Gemeinschaften, historische Konservierung, Wiederverwendung und Flächenschutz, sowie Landschaftsdesign und Verbesserung der Umwelt.

Der Aga Khan Award for Architecture ist Teil des in Genf ansässigen Aga Khan Trust for Culture (AKTC), der sich einer breitgefächerten Reihe von Aktivitäten widmet, die auf die Erhaltung und Förderung des materiellen und spirituellen Erbes der muslimischen Gesellschaft abzielen. Zu den Programmen des Aga Khan Trust gehört auch das Aga Khan Historic Cities Programme (HCP), dessen Anliegen die – sowohl kulturelle als auch sozioökonomische – Revitalisierung historischer Städte in der muslimischen Welt ist. Im vergangenen Jahrzehnt war das Programm an der Wiederbelebung historischer Gebiete in Kairo, Kabul, Herat, Aleppo, Delhi, Sansibar, Mostar, Nord-Pakistan, Timbuktu und Mopti beteiligt. Der Trust unterstützt auch das Aga Khan Program for Islamic Architecture (AKPIA) an der Harvard University und dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) sowie www.ArchNet.org, eine umfassende Online-Ressource zur islamischen Architektur.