Please also see: English version, Statement by His Highness the Aga Khan (English and Deutsch)
Berlin, Germany, 6 September 2004 - Auf Einladung von Bundesaussenminister Joschka Fischer hielt Seine Hoheit der Aga Khan, geistiges Oberhaupt und 49. Imam der Shia Ismaili Muslime und Gründer des Aga Khan Development Network (AKDN) heute die Eröffnungsansprache vor der fünften Deutschen Botschafterkonferenz, deren Thema in diesem Jahr “Die Zukunft des Nahen und Mittleren Ostens” ist. Im Mittelpunkt seiner Rede stand die Notwendigkeit von Demokratie, Pluralismus und Zivilgesellschaft als Eckpfeiler der Entwicklung friedlicher und moderner Gesellschaften sowohl in Entwicklungsländern, als auch in den westlichen Industriestaaten.
Der Aga Khan unstrich insbesondere die Bedeutung von stabilen demokratischen Strukturen und hob hervor, dass beinahe vierzig Prozent der Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen sogenannte „gescheiterte Demokratien“ seien und diese sowohl in der Muslimischen Welt als auch in Lateinamerika, Osteuropa und Afrika zu finden seien. „Die Demokratie ist ein zerbrechliches Gebilde. Sie kann jederzeit in jeder Gesellschaft scheitern“ Er fügte hinzu, es sei wahrscheinlich, dass in den nächsten Jahrzehnten zahlreiche Erscheinungsformen der Demokratie im Nahen und Mittleren Osten enstehen werden, die der grösst möglichen Unterstützung bedürfen. „Wahlen und die Existenz politischer Parteien sind als solche noch lange kein Garant für stabile Regierungen, eine kompetente politische Führung und die Achtung der Verfassung. Sie sind auch kein Garant für eine gute Wirtschaftsführung und nicht vorhandene Korruption,“ sagte er. Indem er für Unterstützung dieser Regierungen warb, unterstrich der Aga Khan, dass jede Entwicklungsstrategie sowohl Bildung als auch ein breiteres Verständnis demokratischer Institutionen und Prozesse enthalten muss.
Der Aga Khan wies auf die Notwendigkeit hin, Pluralismus zu fördern, denn pluralistische Gesellschaften seien „ein Produkt aufgeklärter Erziehung und kontinuierlicher Investition von Regierung und Zivilgesellschaft. Nur so könne die Achtung vor einem der größten Güter der Menschheit bewahrt werden.“ Die Ablehnung von Pluralismus schaffe Konfliktpotential zwischen Kulturen, Volksgruppen, Nationen und Religionen. „Zivilisationen und Kulturen müssen voneinander lernen. Wir dürfen nicht alles vom Standpunkt der interreligiösen Dialektik bewerten.“
Nach den Worten des Aga Khan ist insbesondere eine starke Zivilgesellschaft eine weitere wichtige Voraussetzung für menschlichen und gesellschaftliche Fortentwicklung, welche „die Lücke zwischen Regierung, der Privatwirtschaft und der Familie füllt.“ Zivilgesellschaft kann auch dann noch Einfluss auf die Gesellschaft nehmen, wo der Staat an Grenzen stösst, und Motor für den Aufbau von Nationen („nation building“) sein.
„Zivilgesellschaft kann in Zeiten ökonomischer Stagnation und sozialen Umbruchs der entscheidende Stabilisator sein. ... Wenn Demokratien scheitern oder versagen, sind es häufig die Institutionen der Zivilgesellschaft, die das entstehende Vakuum füllen.“
Ein Beispiel ist Nordpakistan, wo AKDN in Zusammenarbeit mit Deutschland Initiativen zur wirtschaftlichen Entwicklung und die Stärkung institutioneller Strukturen, der Zivilgesellschaft und des Pluralismus kombiniert hat. Die Entwicklung dieser Projekte hat deutlich gezeigt, dass sowohl Ausdauer, als auch langfristiges Engagement zur erfolgreichen Entwicklungszusammenarbeit notwendig sind.
Die Zusammenarbeit zwischen der Bundesregierung und AKDN reicht viele Jahre zurück, beginnend mit einem gemeinsamen Restaurierungsprojekt in der kosmopolitischsten Region Afrikas, der „Old Stone Town“ in Sansibar. In den letzten Jahren ist die Kooperation auf Pakistan, Tadschikistan und Afghanistan ausgeweitet worden , besonders in den Bereichen der Ernährungssicherung, der alternativen Entwicklung, des „community development“, der Gesundheit, Mikrofinanzierung und des Aufbaus von Institutionen.
Das jüngste Beispiel der Unterstützung für AKDN Programme ist der Beitrag der Bundesregierung zum Azhar Park Projekt im Herzen der Altstadt Kairos. Dort wird eine ehemalige Müllhalde in einen 30-Hektar großen Stadtpark transformiert, der den über 200,000 Bewohnern in den bevölkerungsdichten und armen umliegenden Vierteln nicht nur Grünflächen, sondern auch diverse wirtschaftliche Möglichkeiten bietet.
In ihren Gesprächen in Berlin bekräftigten der Aga Khan und Bundesaußenminister Fischer ihre Absicht, die konstruktive Zusammenarbeit im Rahmen gemeinsamer Zielsetzungen langfristig zu intensivieren.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Andrea Berdesinski
Pressestelle
Auswärtiges Amt
Tel: 030 5000 3538
Informationsabteilung
Aiglemont
60270 Gouvieux, Frankreich
Tel: +33.3.44.58.40.00
Fax: +33.3.44.58.42.79
Email: information@aiglemont.org
Internet: www.akdn.org
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