EUROPÄISCHE
KOMMISSION
UND AKDN
UNTERZEICHNEN
GEMEINSAME
ERKLÄRUNG
Aga Khan erörtert Herausforderungen an die EU
hinsichtlich Pluralismus, Zivilgesellschaften und
Entwicklung
(Press
Release in English , communiqué
de presse en français, photographs
and European
Commission Website)
Brüssel,
Belgien, 23. Januar 2007 – José Manuel
Barroso, Präsident der Europäischen Kommission,
und Seine Hoheit der Aga Khan, Gründer und Vorsitzender
des Aga Khan Development Network (AKDN), haben heute
eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, um
in Ländern Zentral-, Süd- und Westasiens,
im Afrika südlich der Sahara und im Nahen Osten
ihre Zusammenarbeit bei der Entwicklungsarbeit zu
erweitern, zivilgesellschaftliche Institutionen zu
stärken und Governance und soziale Integration
zu fördern.
Mit der gemeinsamen Erklärung, die explizit
auf die Erfahrungen des AKDN verweist, sollen die
langjährige Verbindung zwischen der Europäischen
Kommission und dem AKDN auf gemeinsame Wirkungsbereiche
ausgedehnt und eine Reihe von Aktivitäten auf
neuen Gebieten initiiert werden.
Seit 1986 hat die Europäische Kommission insgesamt €153
Millionen zur Förderung von AKDN-Programmen
zur Verfügung gestellt, die sich in Asien und
Afrika mit Bildung, urbaner und ländlicher Entwicklung,
sicherer Versorgung mit Nahrungsmitteln, Lebensunterhalt,
Infrastruktur, Mikrofinanzierung, Wasser und sanitäre
Einrichtungen sowie Katastrophenführung befassen.
In Anerkennung dieses Engagements
sagte der Aga Khan im Namen Millionen von Menschen,
die in den Genuss dieser Programme kamen: „Unsere gemeinsame
Erklärung stellt eine Verpflichtung dar, über
unsere gemeinsamen Belange wie Armut und die Notwendigkeit,
die Lebensbedingungen in den Entwicklungsländern
zu verbessern, hinauszugehen.“ „Uns geht
es jetzt darum, unsere seit zwei Jahrzehnten bestehende
Partnerschaft auszubauen und einen Beitrag zu leisten,
um Stabilität zu schaffen, Konflikte abzufedern,
größere soziale Integration zu fördern
und eine gerechte und nachhaltige menschliche Entwicklung
zu ermöglichen.“
Präsident Barroso erklärte, die Europäische
Kommission und das Aga Khan Development Network hätten „in
einigen der schwierigsten Weltregionen zusammengearbeitet“.
Als Beispiel für „real erzielte Erfolge“ nannte
er „die Einführung der Volksschulbildung
in Nord-Pakistan, die Verbesserung der Lebensbedingungen
in Zentralasien und die sichere Lebensmittelversorgung
in Afghanistan.“ Bezugnehmend auf die Notwendigkeit, „ein
Klima gegenseitigen Respekts [zu schaffen], damit
wir gemeinsame Interessen benennen können“,
sagte Präsident Barroso darüber hinaus: „Insbesondere
die Europäische Union muss den Islam besser
begreifen und verstehen lernen.“
Die gemeinsame Erklärung
sieht eine Zusammenarbeit in folgenden Bereichen
vor:
a) Regionale und sub-regionale
Kooperation und Programme vor Ort zu unterstützen;
b) durch die Verbesserung von Gesundheit, Bildung,
ländlicher Entwicklung und durch institutionelle
Aufbauinitiativen ein die Befähigung begünstigendes
Umfeld zu schaffen und zu fördern;
c) Kultur als Mittel des Wiederaufbaus und der Entwicklung
zu nutzen;
d) durch Investitionen in die Infrastruktur, die
Entwicklung des Privatsektors und Mikrofinanzierung
die ökonomische Entwicklung zu fördern
und lokale und regionale Märkte zu stärken;
e) Zivilgesellschaften und zivilgesellschaftliche
Institutionen sowie verwandte partizipatorische Prozesse
und Partnerschaften mit Regierungen und dem Privatsektor
als Vermittler guter Governance zu stärken;
und
f) bei konzeptuellen Programmen zur urbanen Regeneration
und sozialen Integration zusammenzuarbeiten.
Das AKDN hat bereits mit 15
Ländern Afrikas,
Zentral- und Südasiens, Europas und des Nahen
Ostens Kooperationsvereinbarungen und Protokolle
unterzeichnet, aber auch mit internationalen Organisationen
und multi- und bilateralen Agenturen wie dem Entwicklungsprogramm
der Vereinten Nationen (United Nations Development
Programme, UNDP), der Weltgesundheitsorganisation
(World Health Organisation, WHO), dem Bundesministerium
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(BMZ) in Deutschland, dem norwegischen Ministerium
für Auswärtige Angelegenheiten, der britischen
Abteilung für Internationale Entwicklung (Department
for International Development, DfID) und der Internationalen
Entwicklungsagentur von Kanada (Canadian International
Development Agency, CIDA). Im Rahmen eines internationalen
Vertrags, den der Aga Khan und die Präsidenten
von Tadschikistan, Kasachstan und der Kirgisischen
Republik unterzeichneten, baut das AKDN die Universität
von Zentralasien auf, die einer Region mit einer
Bevölkerung von rund 25 Millionen Menschen zur
Verfügung steht.
Während seines Aufenthalts in Brüssel
traf sich der Aga Khan zu Gesprächen mit Louis
Michel, dem Europa-Kommissar für Entwicklung,
Benita Ferrero-Waldner, der Europa-Kommissarin für
Außenbeziehungen, mit Javier Solana, dem Hohen
Vertreter für die Gemeinsame Außen- und
Sicherheitspolitik der EU sowie Generalsekretär
des Europäischen Rats, und mit Pierre Morel,
dem Sondervertreter der Europäischen Kommission
für Zentralasien. Darüber hinaus kam es
zu einem Treffen mit Jaap de Hoop Scheffer, dem Generalsekretär
der NATO. Der Aga Khan sprach mit Dr. Hans-Gert Poettering,
dem Präsidenten des Europaparlaments, und traf
sich zu Gesprächen mit Karel De Gucht, dem belgischen
Außenminister, und Armand De Decker, dem belgischen
Minister für Entwicklung. Der deutsche Außenminister
Dr. Frank-Walter Steinmeier, der sich gegenwärtig
zu Konferenzen im Rahmen der deutschen EU-Ratsherrschaft
in Brüssel aufhält, führte ebenfalls
Gespräche mit dem Aga Khan.
Weitere Informationen erhalten Sie von:
Nadia Verjee
External Relations and Policy
Aga Khan Development Network
Room 402, 4th Floor, NCI Business Centre
50 Rue Wiertz, Brüssel
Tel: + 32 2 401 8779
Fax: + 32 2 401 6868
E-mail: nadia.verjee@akdn.org
Semin Abdulla
Department of Public Affairs
Secretariat of His Highness the Aga Khan
Gouvieux, Frankreich
Tel: +33 (0)3 44 58 40 00
Fax: +33 (0)3 44 58 42 79
E-mail: info@aiglemont.org
Website: www.akdn.org
Anmerkung:
Seine Hoheit der Aga Khan ist
der 49. erbliche Imam (geistiges Oberhaupt) der
Ismail-Moslems, eine Gemeinschaft, die aus ethnisch
und kulturell unterschiedlichen Völkern in mehr als 25 Ländern weltweit
besteht. Der Aga Khan studierte islamische Geschichte
an der Harvard Universität und trat 1957 die
Nachfolge seines Großvaters als Imam der Ismailiten
an.
Das Aga Khan Development Network
(Aga Khan-Entwicklungsnetzwerk, AKDN) ist ein Verbund
privater, nicht konfessionsgebundener Entwicklungsagenturen,
der sich zum Ziel setzt, Gemeinschaften und Individuen
zu befähigen, ihre Lebensumstände
und -möglichkeiten zu verbessern, insbesondere
im Afrika südlich der Sahara, in Zentral- und
Südasien sowie im Nahen Osten. Die neun Agenturen
des Netzwerks widmen sich insbesondere der sozialen,
kulturellen und ökonomischen Entwicklung aller
Bürger ungeachtet ihres Geschlechts, ihrer Herkunft
und ihrer Konfession. Die zugrundeliegende Ethik
des AKDN beruht auf Mitgefühl für die weniger
begünstigten der Gesellschaft. Der Jahresetat
für philanthropische Aktivitäten beläuft
sich auf über $300 Millionen.
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